Interessantes über den Seemandelbaum

Die ursprünglich aus Südostasien stammenden Bäume werden bis zu 15 m hoch und sind mittlerweile weltweit in den Tropen und Subtropen anzutreffen. Wegen seiner großen bis 30cm langen und 15cm breiten Blätter, und seinem schirmförmigen Wuchs wird er gerne als Schattenspender in den oft brütend heißen Innenstädten angepflanzt. An sonnsten wächst er gerne an Uferregionen von Seen und Bächen oder an Meeresstränden.

Seinen Blättern konnte eine mild desinfizierende und fungizide Wirkung nachgewiesen werden. Deshalb finden sie seit einiger Zeit zum Beispiel in der Pharmaindustrie oder in der Aquaristik Verwendung. Besonders Discushalter schwören auf die heilende Wirkung der getrockneten Blätter. Sie wirken auf natürliche weise gegen Flossenfäule, Schleimhautproblemen und Laichverpilzung. Fischimporteure geben die Blätter in Ihre Hälterungsbecken der Wildfangsendungen um größere Ausfälle zu vermeiden. Die Pharmaindustrie stellt Creme´s und Extrakte daraus her.

In der Aquaristik werden die trockenen Blätter einfach ins Aquarium gegeben. Wichtig ist, dass man sie vorher kurz in heißem Wasser schwenkt um Verunreinigungen abzuwaschen. Nach etwa einem Tag gehen die Blätter dann unter und bleiben im Aquarium. Sie färben das Wasser bernsteinfarben. Die Huminsäuren senken leicht den PH-Wert und erhöhen gleichzeitig geringfügig den µs-Wert. Ein Kampfischzüchter in Thailand verriet mir, er zerreibt die trockenen Blätter und füllt sie portionsweise in kleine Teefilterbeutel. Faustregel sind ca. 2-3 Blatt auf 100 L Wasser

Linkes Bild: junger Seemandelbaum Rechts: in einen See gefallene Blätter. Im Uferbereich hielten sich kleine Gruppen von Fadenfische (Trichogaster) und eine größere Chichliden-Art auf.

Fruchtstand und Frucht von Terminalia catappa

Ich selber konnte bisher gute Eigenschaften bei der Haltung von Zwergbarschen der Gattung Apistogramma und Salmlern beobachten. Gleichzeitig verwende ich sie bei der Aufzucht der Kaulquappen von Pfeilgiftfröschen (Dendrobatiden). Je nach Größe des Behälters gebe ich Teilstücke oder ganze Blätter in die Aufzuchtsschalen. Genauso wie in die Paranusshälften die ich als Wasserreservoir in jedem Terrarium aufgestellt habe und die immer wieder gerne von den Fröschen besucht werden. Man kann auch einen konzentrierten Sud herstellen und damit die Frösche besprühen. Dass damit schwer erkrankte Tiere wieder gesund werden ist wohl Wunschdenken. Das Ganze ist eher prophylaktisch zu sehen. Also eben "Wellness" für unsere Frösche. Wir besuchen ja auch die Gesundheitstempel, ob´s nun wirklich was bringt oder nicht.

Für all diejenigen die einen Wintergarten oder der gleichen zur Verfügung haben ist auch die Aufzucht eines Seemandelbaumes aus Samen recht interessant. Die Bäume erreichen bei uns mit den Jahren auch 2-3 m. Zur Aussaat wird die schwammige Hülle, die den schlanken Kern umschließt entfernt. Danach den Kern entweder mit Hilfe von Schmirgelpapier anrauhen oder vorsichtig anbrechen um die normalerweise monatelange Keimdauer zu verkürzen. Jetzt kann der Kern in lockere, zunächst närstoffarme Erde, ca. 2cm tief eingepflanzt werden. Der Keimling zieht in den ersten Monaten genügend Nährstoffe aus dem von der Natur mitgegebenen Kernfleisch. Erst später wird der Keimling in nährstoffreicheren Humus umgetopft. Laut Aussagen wächst Terminalia catappa recht zügig und können bei ausreichender Größe sogar als eigene Blätterlieferanten genutzt werden.

 

Keimvorgang bei einem Seemandelbaum

Trockene Blätter wie man sie zu kaufen bekommt

Bericht: Carsten Duscha © 2007