Im Biotop von Adelphobates galactonotus



D.galactonotus lebt in den brasilianischen Tieflandwäldern nördlich des Amazonas in den Bundesstaaten Pará, Mato Grosso, Maranhao und Tocantins. Der Amazonas bildet hier die natürliche Grenze nach Norden und trennt ihn von der Gattung Dendrobates tinctorius. Auf der Ilha do Marajó im Mündungsgebiet des Amazonas soll ebenfalls A.galactonotus vorkommen.
Es gibt dort zwei klare Jahreszeiten. Eine Sommerzeit von Mai bis November und eine Regenzeit von Dezember bis April. In dieser verichtet D.galactonotus sein Brutgeschäft. Die Tiere leben dort meist paarweise im Bodenbereich eines größeren Baumes. Morsches Fallholz, Palmblätter usw. bieten ihm gute Rückzugsmöglichkeiten und Eiablageplätze. Aber auch an den Randbereichen der durch die Holzgewinnung entstandenen Wege lassen sich oft dichtere Populationen beobachten.

Bild links: Habitat von A.galactonotus im Bundesstaat Pará
Bild rechts: Biotop in der Trockenzeit.

Bild links: Weite Teile der Regenwälder sind abgeholzt und man muss durchaus suchen um noch intakte Waldgebiete zu finden.
Bild rechts: Typischer durch Holzgewinnung entstandener Forstweg

Auf dem Boden mit Wasser gefüllte Löcher benutzt D.galactonotus unter anderem als Aufzuchtsort für seine Nachkommen. Das Wasserloch auf den Bildern hatte ca.40cm Durchmesser und war genauso tief. Eine etwa 20cm dicke Schicht mit Fallaub bedeckte den Boden, der Rest war bernsteinfarbenes saures Wasser mit einem PH-Wert um 6,0. Eine Zählung ergab 13 (schätzungsweise 10 Tage alte) Qaulquappen in diesem "Miniteich".

Andere, sehr häufig benutzte Aufzuchtsorte sind die Schalen der Paranuß(in Brasilien unter dem Namen "Castanha do Pará" bekannt) die von den Waldarbeitern dort aufgeschlagen zurückgelassen werden. Das Wasser in diesen Schalen ist stark mit Huminsäuren angereichert so daß es eine schwarze Färbung aufweist. Durch Zufall fand ich aber auch große, wohlgenährte Qaulquappen direkt neben einer relativ stark befahrenen Straße in alten weggeworfenen Autoreifen, in denen sich Wasser angesammelt hat. Hier wiederum war das Wasser klar und man konnte bei einem Wasserstand von ca.20cm gut den Boden erkennen. Dies beweist, daß D.galactonotus nicht nur abgelegenere Waldgebiete bewohnt, sondern versucht sich der immer weiter fortschreitenden Zivilisierung anzupassen.

Bericht: Carsten Duscha © 1997