Zuchterfolg bei Bufo aff. typhonicus

Rhinella aff. typhonicus ist eine noch wenig erforschte Kröte die in weiten Teilen Südamerikas beheimatet ist. Aufgrund des bisher dürftigen Wissens und dem großen Verbreitungsgebiet dieser Art werden sicherlich noch etliche Unterarten folgen. Die hier nachgezüchteten Tiere stammen aus Zentralbrasilien.
Ihre Heimat ist die Laubschicht am Boden der Wälder, nahe der großen Flüsse. Dort bevorzugen sie aber immer etwas höher gelegene Stellen. Das Männchen ist mit 4 cm etwa einen halben cm größer als das Weibchen. Interessant ist ihre farbliche Anpassung an die jeweilige Umgebung. Überhaupt haben alle Tiere obwohl gleichen Herkunftsort, verschiedene Farbnuancen. Die Hauptfarbe scheint ein rötliches Braun, welches mit unregelmäßigen dunkelbraunen Flecken durchsetzt ist. Des Weiteren kommt ein helles Beige bis fast schwarz vor. Die Form der Kröte ähnelt einem Blatt. Spitzes Maul und ausgeprägte Augenhöcker machen den interessanten Kopf des Tieres aus, welcher überdies nach rechts oder links gedreht werden kann. Zwischen Flanke und Oberschenkel können die Tiere einen „Bauchlappen“ ausfahren, wodurch er einer Blattstruktur noch näher kommt. Vom Maul an über den Rücken zieht sich eine helle Linie, wie die Mittelrippe eines Blattes. Das ganze ergibt eine überaus wirksame und im Tierreich oft wichtige Tarnung. Rhinella aff typhonius ist ein gemütlicher Vertreter. Meist läuft er ähnlich eines Salamanders, und nur wenn es notwendig wird, wie zum Beispiel bei einer Flucht oder bei der Futteraufnahme wird gehüpft. Überhaupt aktiv werden die Tiere bei der Fütterung. Hier erlebt der Betrachter die ganze Bandbreite der Faszination. Die schnelle Zunge holt sich von der Drosophila über Wiesenplankton, Heimchen bis zur mittelgroßen Wachsmade alles was nicht schnell genug das Weite sucht. Das macht die Haltung sowie Aufzucht einfacher.

Bei einer Temperatur von 26 – 27° werden die Rufe des Männchens häufiger und er begibt sich mit einer auserwählten Dame ins Wasser. Dort umklammert er das Weibchen von hinten und ein 6-8 stündiger Akt beginnt. Alsbald wird eine Laichschnur sichtbar, an der im Abstand von 3-4 mm die ca.100 Eier angeordnet sind. Nach der Eiablage macht Er sich aus dem Staub. (wie im richtigen Leben ;-) ) während sie noch eine Weile im Wasser verweilt bis sie dann nach ca. einer halben Stunde ebenfalls das Wasser verlässt. Die ein Millimeter großen Eier sind grau. Nach etwa 2 Tagen formen sich die Eier in ein Oval mit 2,5 - 3 Millimetern Länge. Mit ihrer äußerst raschen Entwicklung erreichen die Larven am 3. Tage schon 6 mm. Kopf und Schwanz sind nun gut erkennbar. Die ursprüngliche Laichschur ist nicht mehr als solche zu erkennen da durch die bereits beginnenden Bewegungen der Larven alles durcheinander liegt. 5.Tag - Die Larven haben sich nun vollständig von der Schnur gelöst und beginnen sofort mit der Nahrungsaufnahme. Etwa 14 Tage nach der Eiablage hat sich die Zahl der Larven auf ca. 1/3 reduziert. Ob dies als normal einzustufen ist oder dieser Umstand in der Natur nicht vorkommt, kann ich nicht sagen, da so gut wie nichts über die Fortpflanzung in freier Natur bekannt ist. Von den verbliebenen, äußerst winzigen Larven hat nun ein Teil die Körpergröße eines Stecknadelkopfes. Die Anderen sind um die Hälfe keiner. Es scheint dass etwa 300 ccm Wasser für solch eine Anzahl Kaulquappen zu wenig sind. Jedoch der Versuch die Larven aufzuteilen und sie unter anderen Bedingungen aufzuziehen, brachte auch nicht den angestrebten Erfolg. Trotz Allem blieben mir doch noch Genügend um eine geglückte Nachzucht zu beschreiben. Nach etwa 3 Wochen haben die größeren Kaulquappen eine Körperlänge von 5-6 mm erreicht und die Hinterbeine sind fast vollständig entwickelt. Wenige Tage später brechen bei den ersten die Vorderbeine durch und ich überführe sie in eine flache Schale, da ich nicht sicher bin, wann die kleinen Krötlein das Wasser verlassen. Erfahrungen bei Epipedobaten haben gezeigt, das diese schon mit noch vollständigem Schwanz an Land gehen. Haben sie nicht die Möglichkeit, führt dies schnell zum Tod durch Ertrinken. Nach weiteren 2 Tagen verlassen dann die ersten das Wasser und ihr nun nicht mehr benötigter Schwanz wird innerhalb der nächsten 48 Stunden vollständig absorbiert. Es sind Winzlinge mir einer maximalen Körperlänge von 5-6 mm. Ihre hellbraune Grundfarbe ist im Jugendkleid mit winzigen türkisblauen Pünktchen übersäht. Somit haben sie etwa 2 Monate lang eine recht attraktive Erscheinung.

In ihrem weiteren Wachstum verliert sich dann dieses Muster. Die Tiere wachsen rasch aber ungleichmäßig heran und nach nunmehr 2 Monaten (von der Eiablage gerechnet) fressen die kleinen Kröten schon die kleine Fruchtfliege. Rhinella aff. typhonius ist ein problemloser und trotz seiner braunen Färbung interessanter Pflegling, der mit seine Größe von max. 5cm gut im Terrarium gehalten werden kann.

Bericht: Günter Duscha © 2005