Erkenntnisse bei D.castaneoticus

Der Lebensraum von A.castaneoticus erstreckt sich über die Tieflandwälder Brasilien´s im Bundesstaat Pará. Die Temperaturen während der Regenzeit liegen bei +/- 22° morgens und bis 28° tagsüber. Da in dieser Region die typischen Aufenthaltspflanzen der kleinbleibenden Dendrobatiden wie Heliconien, Erdbromelien oder epiphytisch wachsende Arten eher selten sind, hält er sich dort in der Laubschicht am Boden auf. Die Tiere leben dort sehr versteckt und die Populationsdichte dürfte nicht all zu hoch sein. Nur äußerst selten und mit viel Glück bekommt man die 18-22mm kleinen Frösche zu sehen. In einzelnen Biotopen sind die Möglichkeiten zur Aufzucht der Larven zusätzlich sehr dürftig. Die regionstypischen Paranussbäume fehlen in manchen Biotopen gänzlich. Somit scheiden die üblicherweise genutzten aufgeschlagenen Nußschalen (Castanhas) als Kinderstube ebenfalls aus. Dieser Umstand trägt außerdem zu seinem seltenen Auftreten bei. Ansonsten benutzt er die wenigen Wasserreservoire am Boden wie beispielsweise Astlöcher umgestürzter Bäume, Erdmulden udg. Findet man ein solchen Ort, kann man oft mehrere Larven in einer Wasseransammlung beobachten. Ein Beweis Ihrer Not dieser Regionen. Aufgrund der kanibalischen Veranlagung der Larven erreichen natürlich nicht alle die Metamorphose.

Die Larven von D.castaneoticus werden außergewöhnlich groß und ähneln in den ersten Wochen stark denen von Adelphobates galactonotus. Erst nach ausbrechen der Hinterbeine, welche sehr früh die arttypischen orangefarbenen Singnalpunkte zeigen, läßt sich eine andere Zuordnung erahnen. Sie ernähren sich dort überwiegend von sich zersetzender pflanzlichen und tierischer Nahrung. Große schwarze Mückenlarven sind häufig in Mengen bei den Kaulquappen zu finden, die sicherlich ihr Hauptfutter bilden. Algen entwickeln sich Aufgrund der starken Beschattung am Waldboden und der braunen bis schwarzen Färbung des Wasser durch Huminsäuren so gut wie keine. Über die Wasserqualität in den Kinderstuben wird im Bericht bei Adelphobates quinquevittatus berichtet

Nach Abschluß der Metamorphose wird allmählich das Zeichnungsmuster sichtbar. Anfangs dunkelgrau über grünlich-weiß hellen die Striche und/oder Punkte in den ersten Wochen auf, bis die weiße Strichpunkt-Zeichnung erreicht ist. (siehe Fotos im Bildführer)

Carsten Duscha © 1999