Zuchterfahrungen bei Ranitomeya uakarii

Die Zucht von R. uakarii erwies sich bei mir als schwierig, zumindest im Vergleich zu anderen Arten die ich bisher nachzüchten konnte. Weniger die Haltung dieser Art war es, als vielmehr die Aufzucht der Larven die mir einige Male Fragen stellte und ich den einen oder anderen Rückschlag erleben musste. Besonders problematisch ist die Phase vom Ausbrechen der Larven aus der Eihülle bis zur ersten Futteraufnahme und Kräftigung der Kaulquappe. In dieser Phase hatte ich schon Ausfälle bis zu 100%. Haben die Larven diese Zeit einmal hinter sich, konnte ich keine weiteren Ausfälle mehr verzeichnen. Die Gelege entwickelten sich gut und gesunde Larven schlüpften aus der Eihülle. Aber schon ein bis zwei Tage nach dem Umsetzen in die Aufzuchtsanlage ließen sich oft nur noch die verendeten Überreste finden. Positiv erwies sich hierbei, wenn man die Larven noch 2 - 3 Tage in der Petrischale belässt, etwas mehr Wasser hinzufügt und sie mit reinen Spirulina-Algen aus der Apotheke anfüttert. Später kann man sie in größere Aufzuchtbehälter überführen. Der Vorteil von Spirulina besteht darin, dass sie nicht allzu schnell, wie andere Futtersorten, das Wasser zum "Umkippen" bringen und somit die vorher schon schwachen Larven belastet.
Bei mir produzierte Ranitomeya uakarii relativ kleine Gelege (1 - 4 Eier). Dazu kam noch die mehr oder weniger hohe Ausfallrate und somit konnte ich selten mehr als 10 Jungfrösche pro Regenzeit verbuchen. Bei R. amazonicus dagegen sind Gelege mit 8 - 10 Eiern keine Seltenheit.

Larven von R.uakarii zeigen völlig andere Merkmale als bei R. amazonica, R. fantastica oder den anderen Farbformen aus der Ventrimaculatus - Gruppe. Während sich bei den Larven von R. amazonica schon sehr früh (noch vor dem Ausbrechen der Hinterbeine) eine Färbung im Kopfbereich erkennen lässt, stellt sich bei R. uakarii erst kurz vor dem Ausbrechen der Vorderbeine eine schwache Streifenzeichnung ein.
Nach der kritischen Phase, wenn sich die Larven einmal stabilisiert haben, ist es kein Problem sie zur Metamorphose zu bringen. Auch die immer wieder auftretenden "Streichholzbeine" konnte ich bei dieser Art ausschließen. Als Futter eignen sich danach gefrorene schwarze, rot und weiße Mückenlarven sowie Tetra PlecsoMin oder Hauptfutter. Einmal an Land gegangen sollten sie ausreichend mit Springschwänzen und später mit der kleinen Drosophila gefüttert werden. Ein möglichst kleines Aufzuchtterrarium eignet sich erfahrungsgemäß am besten, da sie hier intensiv mit Futter versorgt werden können. Zu früh in große Behälter umgesetzt, kann es vorkommen, dass sie gar an Futtermangel sterben. Bei mir verbleiben sie sogar die ersten 8 Wochen in kleinen 1 L Dosen. Erst dann werden sie in Terrarien in der Größe 20x30x30cm umgesetzt.

Immer noch häufig. Unterentwickelte Vorderbeine bei R. amazonica. Auch bei mir traten diese Missbildungen vereinzelt auf. Ob eine UV-Bestrahlung dies komplett verhindert möchte ich nicht 100%tig behaupten. Sicher ist, es beeinflusst positiv Legeaktivität und Qualität der Gelege. Um konstant gesunde Nachkommen zu erzielen sind sicherlich verschiedene Faktoren verantwortlich und
somit zu optimieren.

Bericht: Carsten Duscha © 2000