Fortpflanzungsverhalten bei Ranitomeya vanzolinii

Ranitomeya vanzolinii bewohnt die Regenwälder im Grenzgebiet Peru/Brasilien wo er auf beiden Seiten vorkommt.Dort lebt er in den unteren Etagen der Primärwälder bis in ca. 8m Höhe. Der Unterbewuchs besteht überwiegend aus Laubsträucher und einer 3-8m hohen Palmenart an deren Stämmen sich die Tiere häufig mittags aufhalten. In den Hauptaktivitätszeiten früh morgens und am späten Nachmittag klettern sie lieber im Lianengewirr in über 6m herum. Nachts beträgt die Temperatur 23-24°,tagsüber im unteren Teil des Waldes 26-27°.Während die peruanische Form überwiegend ein gelbes Punktmuster aufweist kann man bei der brasilianischen Form auch Strichpunkt-oder Strichmuster erkennen. Die brasilianische Variante scheint außerdem etwas größer zu werden.

R. vanzolini legt Doppelgelege weit ab von Wasseransammlungen genau wie im Biotop, wo die Eier oft in +/- 2m Höhe zwischen Blättern kleben. Nach der Entwicklung der Anfangs weißen, später graubraunen Eier(wie bei R.imitator) werden die Larven einzeln in kleinste Wasseransammlungen verteilt. Im Biotop nutzt R.vanzolinii hierfür Bromelientrichter, Astlöcher, kleine Mulden in Lianen oder sonnstige Wasseransammlungen in den verschiedenen Pflanzen (Diffenbachien, Xantosoma). Die Larven werden mit befruchteten Doppeleiern, die er nahe der Wassergrenze ablegt, ernährt. Die Qaulquappen bedienen sich dann bei Bedarf wie an einem Buffet . Jungfrösche verlassen nach ca. 2,5 Monaten das Wasser und sind dann etwa 1cm groß. Sie müssen wie alle kleinbleibenden Dendrobaten Anfangs mit Springschwänzen ernährt werden. Die 2,5 cm groß werdenden Larven sind bis kurz vor der Metamorphose schwarzgrau gefärbt. Erst wenige Tage vor Ausbrechen der Vorderbeine wird ein schwaches, gelbliches aber noch unscheinbares Muster sichtbar, welches sich in 1-2 Tagen nach der Metamorphose in Punkte und Linien auflöst.

Erwähnenswert ist auch das D.vanzolini im Biotop nur in sehr begrenzten Teilbereichen der Primärwälder anzutreffen war. Scheinbar waren die erforderlichen Bedingungen nicht überall optimal. Welche Kriterien hierfür eine Rolle spielen war allerdings nicht ersichtlich. Außerdem waren einige Männchen auch nach Einbruch der Dämmerung noch zu höhren. Im gleichen Biotop kommt auch noch eine Variante von R.ventrimaculata, A.trivittata und zwei weitere Ameerega vor.