Allobates femoralis

Allobates femoralis ist in weiten Teilen Südamerikas verbreitet. Peru, Brasilien, Französisch Guyana, Surinam sind nur einige Länder in denen er lebt. Dort bewohnt er die Laubschicht am Boden. Selbst zum Rufen sitzen die Männchen häufig in Deckung unter einer Wurzel oder eines größeren Blattes. Trotz intensiver Suche nach den laut rufenden Männchen, konnte ich nur schwer ein Tier ausmachen. Die bis 30mm großen Frösche sind äußerst scheu und daher nur selten zu sehen. Das gleiche Verhalten zeigt sich auch in der Terrarienhaltung. Mit äußerst flinken Bewegungen bringen sie sich bei drohender Gefahr in Deckung. Bei der Nahrungssuche ist ihr flinkes Verhalten außerdem sehr schön zu beobachten. Mit kurzen, schnellen und ruckartigen Bewegungen stellen sie kleinen Insekten, Springschwänzen etc. nach. Dabei schnellen sie blitzartig aus einer Deckung hervor, schnappen sich ein Insekt um dann genau so schnell wieder in der Deckung zu verschwinden. Wie alle Ameerega-Arten (Epipedobates) bewältigt auch A. femoralis, im Vergleich zu den Dendrobatiden, relativ großes Futter bis 5mm.

Kleine Freiräume unter einer Wurzel oder einer Pflanze nutzen die Tiere gern um sich dort in kleinen Gruppen aufzuhalten. Werden solche Freiräume im Terrarium so geschaffen das sie den Fröschen zwar von oben her Deckung bieten dem Betrachter aber gleichzeitig von der Seite Einsicht gewähren, lässt sich die relativ scheue Art trotzdem gut beobachten. Ihr Ruf ist ein lautes, anhaltendes (bis 30sek.) aber dennoch angenehmes äp-äp-äp welches vorwiegend in den Morgen und Abendstunden zu hören ist.

Fast vollständig entwickeltes Gelege  Larven, 3 Tage nach dem Ausbrechen aus der Eihülle 
Kaulquappe   Jungfrosch beim absorbieren des Schwanzes 

Die Zucht gelang mir mit einer Gruppe von 6 Tieren (2 Männchen und 4 Weibchen), die ich in einem Terrarium mit den Maßen 60x45x45 untergebracht habe. Bei einer Temperatur von 25° C und ausreichen Luftfeuchtigkeit beginnen die Männchen zu rufen. Danach dauert es nicht lange bis die ersten Gelege zu finden sind. Zur Eiablage werden fast alle Unterschlupfmöglichkeiten angenommen. Von halbierten Kokosnußschalen bis zu in Bodennähe angebotenen Fotoröhrchen. Die Gelege umfassen meist zwischen 10-20 dunkelgraue Eier. Belässt man die Gelege im Terrarium, werden sie gut von den Eltern versorgt und die Larven später in angebotene Wasseransammlungen transportiert. Wie bei den Ameerega-Arten können die Larven von Allobates femoralis gemeinsam aufgezogen werden, da sie nicht kannibalisch sind. Sie ernähren sich von tierischem und pflanzlichem Material. Fischfutter, Spirulina, gefrorene Mückenlarven, Daphnien oder Salinenkrebse werden gerne angenommen. Mit ca. 7-8 mm gehen die kleinen Fröschchen an Land und müssen anfangs mit Springschwänzen ernährt werden. Nach ca. 14 Tagen werden aber schon kleine Fruchtfliegen bewältigt.
Als die Jungfrösche etwa 1,5 cm erreicht hatten, musste ich den einen und anderen Ausfall hinnehmen. Der Grund hierfür ließ sich ich bis heute nicht sicher herausfinden. Einen begründeten Verdacht konnte ich später ausschließen. Meinen Verdacht möchte ich gleich noch kurz schildern. Bei einer Mischaufzucht von jungen D. galactonotus und P. terribilis hatte ich schon einmal vier mysteriöse Todesfälle, bis ich zufällig beobachten konnte wie ein semiadulter D. galactonotus einen P.terribilis gleicher Größe zu Tode "gedrückt" hat. Nach dem ich die beiden Arten getrennt hatte, hörte das Sterben auf. Ob der Tod nun tatsächlich auf das Gewicht des Anderen oder vielmehr auf den dabei entstandenen Stress zurückzuführen ist vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls konnte ich feststellen, dass E. femoralis sehr schnell in Stresssituationen kommt. Panikartige Fluchtversuche in zu kleinen Terrarien enden hin und wieder in krampfenden Schockzuständen.

Jungfrosch, wenige Tage alt   Allobates femoralis (adult) 

A. femoralis ist ein interessanter Frosch der auch gut in größeren Terrarien mit anderen Arten gepflegt werden kann. Sein für mich attraktiver Ruf lässt ihn trotz der versteckten Lebensweise nicht in Vergessenheit geraten.